Surtsey- der Vulkanausbruch 1963-1967

Úr Heimaslóð, Sögusetri Vestmannaeyja
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November 14 1963, 10:30 am

Surtsey ist Weltkulturerbe seit dem 7. Juli 2008. [1]

Surtsey ist eine vulkanische Insel, rund 32 km von der Südküste Islands entfernt, die durch einen submarinen Vulkanausbruch in den Jahren 1963 bis 1967 entstand. Seit ihrer Entstehung steht diese Insel unter Naturschutz, und sie dient als unberührtes natürliches Labor für Wissenschaftler. Frei von jeglichen menschlichen Eingriffen konnten viele einzigartige langjährige Informationen über den Besiedlungsprozess von neuem Land durch Pflanzen und Tieren gesammelt werden. Seit dem Studium der Insel im Jahr 1964 konnten die Wissenschaftler die Besiedlung durch Samen, welche mit der Meeresströmung nach Surtsey kamen, sowie durch Bakterien und Pilze untersuchen. 1965 erreichte die erste Gefässpflanze die Insel, und nach der ersten Dekade waren es 10 Arten. Im Jahre 2004 lebten 75 Arten von Moos, 71 Flechten und 24 Arten von Pilzen. 89 Vogelarten wurden in Surtsey beobachtet, von denen 57 auch anderswo in Island brüten. Die 141 Hektar große Insel beheimatet 335 wirbellose Arten. [2]

Mehr Informationen im Surtsey Nominierung Report. 10,5 Mb

Die Besatzung vom Fischerboot Ísleifur II berichtete als erste über die submarinen vulkanischen Aktivitäten am Morgen des 14. November 1963. Eine halbe Meile vom Krater entfernt betrug die Temperatur 10 Grad Celsius.

Der Ausbruch geschah schnell, und vier Stunden danach wurde berichtet, dass die vulkanische Säule bis über 9000 Meter hoch sei. Die Asche vom Krater schuf eine Insel von 10 Meter über den Meeresspiegel. Da das Meer rund 130 Meter zum Meeresboden tief ist, wird vermutet, dass der Ausbruch einige Tage vor Entdeckung begann. Als der Wind am 12. November 1963 in Richtung Südwest wehte, konnten die Bewohner in Vík in Mýrdal Schwefel riechen. Vor dem Ausbruch wurden keine seismischen Aktivitäten gemessen. Die Insel befindet sich rund 20 km Südwest von Heimaey bzw. rund 30 km Südwest von Landeyjarsandur d.h. vom Festland.

Eine Briefmarke mit Surtsey.

Der Ausbruch schuf die südlichste Insel von den Westmänneinseln und Islands, ihr zentraler Punkt ist 61°18’N, 20°36’w. Es ist die einzigste Insel, von der jemals in der Geschichte von Island und als unterirdisches Eruption weltweit berichtet wurde.

Die Insel wurde Surtsey benannt und der Name stammt aus der norwegischen Mythologie: Surtur der Schwarze ist erwähnt in Völuspá: Jólnir & Surtsey:

Jólnir & Surtsey
       "Surt kommt vom Süden
       mit den Geißeln über Geäst,
       die Sonne von Gefecht- Götter 
       scheinen vom seinen Schwert."

Sobald die Insel entstand, erkannten Wissenschaftler, dass sie die Insel zum Studieren nehmen könnten, um die Entwicklung des Lebens auf einen neuen Gebiet zu studieren. Nur mit Erlaubnis und Genehmigung von Surtseyjarfélagið dürfen dehalb Menschen die Insel betreten.

Eine Anzahl von Klüften auf Surtsey öffneten sich während der Eruption. Ein Monat nach dem Beginn der Eruption öffnete sich eine Kluft im Nordosten von Surtsey, die den Namen Surtla hatte. Dort entstand keine Insel. Im Jahre 1965 entstanden zwei Inseln, Syrtlingur im Nordosten und Jólnur im Südwesten von Surtsey. Beide Inseln verschwanden durch den Angriff der Wellen des Nordatlantiks wieder.

Surtsey verliert jährlich an Material und Größe durch Meer und Wind. Nach dem Ende der Eruption betrug die Größe der Insel rund 2,7 km2. Nach 40 Jahre verlor die Insel über 50% an ihrer Größe. Im Jahre 2002 war sie nur noch 1,5 km2 groß. Dieser Prozess wird so lange anhalten, bis nur noch Tuff (Hyaloclastite) als Überreste bleiben, und dann wird die Insel vielleicht wie die Insel Bjarnaey aussehen.

Das Unterwasserökosystem ist sehr vielfältig und hat eine große Floravielfalt. Plankton, Nasenknebel und Seestern mit den meist üblichen Meeresorganismen wurden um Surtsey gefunden. Seehunde nutzen die Insel als Erholungsgebiet und Aufzuchtgebiet. Verschiedenartige Moose, Flechten und Gräser wurden auf Surtsey gefunden, und mindestens acht Vogelarten leben auf der Insel. Der erste Vogel war der Eissturmvogel im Jahre 1970. Einige Ungeziefer wie Spinnen, Käfer und Schmetterlinge wurden gefunden. In der jüngsten Zukunft kamen ein paar Fragen zur Zukunft von Surtsey auf. Einige Leute wollen die Insel für Touristen öffnen und andere wollen einen limitierten Zugang zu der Insel. Surtseyjarfélagið entschied jedoch,dass auf unbestimmte Zeit der Zutritt nur durch bestimmte Genehmigung erlaubt sei, weil die Insel nur für Untersuchungen zur Verfügung steht.

Die ersten Tage von der Eruption.


Surtseyjarfélagið

Als Surtsey entstand und blieb, wurde die Organisation "Surtseyjarfélagið" von Menschen gegründet, die an der Organisation von Untersuchungen auf der Insel interessiert waren. Das Ziel dieser Organisation ist die"Untersuchungen in Geologie und Biologie in Verbindung zu Surtsey und Island im Allgemeinen zu unterstützen". Surtseyjarfélagið, welche im Náttúrufræðistofnun Íslands ihr Büro hat, macht keine eigenen Untersuchungen, aber sie veröffentlichen Testergebnisse. Sie bauten zwei kleine Häuser auf Surtsey, in denen Wissenschaftler während ihren Untersuchungen übernachten. Der Präsident von der Organisation ist Steingrímur Hermannsson, der ehemalige Premierminister von Island. Surtseyjarfélagið leistete gute Arbeit zum Schutz der Insel, und somit konnte gut die Entwicklung von Leben ohne menschliche Beeinflussung stattfinden.

Die Eruption auf Surtsey

Die Eruption startete mit einer gewaltigen Kraft. Am ersten Tag, 14. November 1963, reichte die vulkanische Säule bis zu 6 km in die Atmosphäre. Es ist die erste unterseeische Eruption, die jemals um Island aufgezeichnet wurde. Sie startete bei 65 Klafter 3 Seemeilen westlich von Geirfuglasker. Gleich nach dem Beginn der Eruption waren Wissenschaftler so angeregt, dass sie mit Flugzeugen und Booten um das Gebiet kreisten. Zwei Tage vorher konnten die Bewohner in Vík in Mýrdal Schwefel riechen. Dieser Geruch wurde mehr als eine glaziale Eruption als eine unterseeische Eruption gedeutet. Einige kleine Beben wurden registriert, aber da vulkanische Aktivitäten in Island normal sind, wurden auch diese Zeichen nicht gedeutet. Nichts war anders als an anderen Wintertagen, die Fischerboote segelten, die Vögel tauchten ins Meer und das Wetter war kalt aber mild. Wissenschaftler waren beängstigt, dass eine Explosion bei der Eruption erfolgen könnte. Wenn sich eine neue Spalte auf dem Meeresboden öffnen würde, dann würde eine riesige Explosion beim Eintritt von Meereswasser erfolgen. Daher wurden die Boote gewarnt und sie durften nur in einem sicheren Abstand um das Gebiet kreisen.

Der Krater von Surtsey.

Am zweiten Tag der Eruption wurde die Insel geformt. Am Anfang war sie nur ein Haufen aus Asche, aber sie wuchs stetig mit der Zeit. Seit ihrer Entstehung kämpft sie mit dem Wetter und dem Nordatlantik um ihre Existenz.

Die ersten Isländer waren der Fischer Kristján Guðmundsson und sein Bruder Kristján Egilsson, die das Aquarium auf den Westmänner Inseln (Náttúrugripasafn Vestmannaeyja) verwalten, und der Tischler Egill Egilsson.

Der Hauptkrater auf Surtsey heißt Surtur. Der Lavastrom war stetig langsam. Während einigen Pausen im Lavastrom wurde das Kliff auf Surtsey geformt. Einige Spalten öffneten sich während der Eruption auf Surtsey in den nächsten Jahren. Die letzte Spalte öffnete sich am 19. August 1966 mit eine Länge von über 200 Metern. Der letzte aufgezeichnete Lavastrom bei der Eruption war am 5. Juni 1967.

Die Franzosen kommen

Kurz nach der Geburt der Insel kamen französische Reporter zu Besuch am 6. Dezember 1963. Nach nur 15 Minuten auf der Insel rannten sie infolge vom Lavastrom und von Explosionen von der Insel. Sie schrieben über ihren Trip zu der Insel in ihrer Zeitung The Parish Match und somit wurde ihre Reise weltweit bekannt.

Die Geologie

Surtsey in 1999.

Eine Menge von geologischen Studien wurden während und nach der Eruption gemacht. Darunter waren Studien über das Fließen von Tephra und Lava, Mineralogie der chemischen Komponente des Gases von der Magma und See- und Windeffekte auf der Insel. Es wurden geophysikalische Studien wie Gewichtsmessungen, seismische Studien, magnetische und GPS- Messungen gemacht. Die Tephra und Lava in Surtsey ist Alkalivinbalsalt, diese Art von Basalt findet man rund um die Westmännerinseln und in Snæfellsnes. Die Tephra ist meistens braunes Basaltglas, welche sich formte, wenn sie sofort durch die See abgekühlt wurde. Die Mehrheit vom Gestein hat eine Menge von Kristallen, die viel langsamer abgekühlt wurden. Im Gestein sind große Kristalle von Olivin und Plagioclase vorhanden.

Die Zukunft der Insel

Surtsey in 2006.

Vor kurzer Zeit kamen ein paar Fragen zur Zukunft von Surtsey auf. Einige wollen sie für Touristen öffnen und unlimitierten Zugang erlauben. Verwaltungen und Surtseyjarfélag stimmten nicht zu und beschlossen, dass für eine unbestimmte Zeit die Insel für wissenschaftliche Untersuchungen zur Verfügung steht und der Zugang limitiert sei. Nur die Zeit wird uns zeigen, wie die Rolle von Surtsey in der Zukunft aussehen wird. In der heutigen Zeit wurden neue Pflanzen auf der Insel gefunden und die Tierwelt ist florierend. Mit Sicherheit kann gesagt werden, dass das Leben auf Surtsey beginnt, genauso wie auf anderen Inseln auszusehen. Im Jahre 2004 wurden die ersten Papageientaucher auf Surtsey gesehen, als sie Fisch zu ihren Nachwuchs brachten. Surtsey ist unschätzbar besonders in der Hinsicht für Untersuchungen, die sich mit dem Beginn und Ausbreitung von Leben auf neuem Land beschäftigen.

Fotogallerie

Hier sind Fotos von dem Piloten Sigurjón Einarsson. Klick auf die Bilder zur Vergrößerung.